[2523.36] – 15 – Weidensee

Wir rannten regelrecht zurück in das Höhlensystem. Gina hatte ein anfliegendes Shuttle geortet und wir hatten beide ein sehr unschönes Gefühl dabei. Wir beeilten uns, um so schnell wie möglich zu einem der MXVs zu kommen.

Der Weg zum zivilen MXV war gut ausgeschildert. Elektronische Fackeln waren in regelmäßigem Abstand angebracht worden. Halte und Führungsleinen wiesen uns direkt den Weg.

„He da unten! Nicht schießen, wir sind von der Mars 3!“ Rief uns jemand über Funk an. Kurz darauf kamen vier Gestalten in Raumanzügen herunter. „Was wollen Sie denn hier?“

„Gerade ist oben ein Shuttle gelandet, wir vier waren gerade unterwegs, als Greggy uns anrief, dass bewaffnete Männer in den MXV eingedrungen sind. Seit dem haben wir nichts mehr gehört.“

„Langsam und der Reihe nach, bitte.“ Die Vier wirkten verstört und aufgewühlt.

„Was ist passiert?“

„Also, wir kamen gerade von unserer Runde in den Gängen hier zurück. Wir waren noch nicht ganz da, als Greggy, eh Gregor Csevic uns anrief, dass ein Shuttle gerade einfach auf unserem MXV gelandet sind.“

„Und was weiter?“

„Wir beeilten uns, aber dann rief uns Greggy noch einmal, dass bewaffnete Männer eingedrungen seinen.“

„Und was war dann?“

„Dann kamen wir an die Schleuse. Ein Typ in so nem Anzug, wie, eh, wie eure, kam uns entgegen und hob eine Waffe. Dann sind wir losgerannt.“

Daraufhin zogen Gina und ich unsere Waffen. Miriam hatte keine dabei. „Klappe halten! Haben Sie Waffen?“

„Nur die hier.“ Der Mann hob eine Magnetpistole hoch. Klein, robust, billig, unzuverlässig. Miriam nahm sie ihm widerspruchslos ab.

„Kann einer von euch mit den Dingern überhaupt umgehen?“

„Nicht wirklich, wir waren hier zum Aufpassen, aber eigentlich hat keiner damit ...“

Sand rieselte von der Decke. Eine leichte Erschütterung war zu spüren. „Folgt mir!“ Ich brüllte fast und durchbrach die Führungsbänder. Miriam, Gina und der Rest waren mir auf den Fersen. Hinter uns fielen Gesteinsbrocken in den Gang.

Zwei Biegungen weiter erwartete uns eine kleine Rutschpartie. Es ging fast hundert Meter in die Tiefe bei einem 45-Grad-Gefälle. Unten half ich den beiden Frauen. Die Jungs in ihren zivilen Raumanzügen brauchten ebenfalls unsere Hilfe. Gemeinsam rannten wir ein gutes Stück weiter. Wir erreichten ein altes Lager aus unserer Widerstandszeit.

Kisten standen herum. Munitionskisten, Waffenkisten, ein paar Sitzgelegenheiten, eine alte Lampe und noch diverser anderer Kleinkram. Das Lager war anscheinend nie gefunden worden und ich hatte nicht damit gerechnet, hier noch alles vorzufinden .