[2523.22] – 7 – 571RB

Wir verfolgten das Schiff eine Woche lang, bis das Ziel klar wurde: ein Kleinplanet mit dem hübschen Namen 571RB. Die Datenbanken unseres Schiffes enthielten eine ganze Menge Material zu diesem Stein. 571RB hieß auch mal AH-73 und gehörte zum Mond. Ein anderer Eintrag besagte, dass sich hier ein Versorgungsposten der freien Raumstationen befand. Wieder ein Eintrag besagte, die Erdregierung hätte hier eine Basis. Alle Einträge waren im Abstand von etwas mehr als vierzig Jahren erstellt worden, der letzte Eintrag lag aktuell fast sechzig Jahre zurück. Hier hieß es: „Aufgegeben 2465, nachdem alle Rohstoffe aufgebraucht waren.“

Der letzte Besitzer war eine Privatfirma, die dem Stein seinen jetzigen Namen gegeben hatte. 571RB war erst 2123 entdeckt und als extrem rohstoffreich klassifiziert worden. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, was an dem ganzen Durcheinander nun stimmte und was nicht.

Das hier sollte noch eine Menge Ärger geben.

Wir erreichten 571RB am achten Tag unserer Verfolgungsjagd. Die flüchtige CV-223 hatte einen halben Tag Vorsprung. Sie war hinter 571RB verschwunden.

Es gab eine allgemeine Systemwarnung: „Sonnenturbulenzen mit erhöhtem Strahlenaufkommen!“

Für uns bedeutete dies, dass wir, wenn es jetzt zum Kampf kam, kaum Sensoren hatten und alle Systeme stark belastet werden würden. Unheilvoll wurde der 500 Kilometerbrocken auf dem Wandschirm immer größer.

„Wir orten Signaturen von zwei Raumschiffen. Unbekannte Bauart.“

„Nehmen Sie Kontakt auf.“

Die Nähe zu 571RB ließ bei dem zu erwartenden Gefecht nicht viel Bewegungsspielraum. Mir krampfte sich der Magen zusammen.

„Keine Antwort. Sie scheinen jetzt in unsere Richtung zu kommen.“

Ich wollte gerade die Kampfjäger zurück beordern, als ein Brückenoffizier meldete: „Feindkontakt direkt voraus!"

Ein anderer Deckoffizier meldete: „Viele kleine Körper im Anflug, aktiviere Bereichsverteidigung.“

Von Captain Breedneck kam die Warnung „Strahlung steigt an, wir verlieren langsam die Sensoren!“.

Wenn etwas passierte, dann kam auch immer alles gleichzeitig. Die Anspannung auf der Brücke stieg sprunghaft an. Ein Monitor nach dem anderen fiel aus.

Es wurde Zeit für einen verzweifelten Akt: „Primärgeschütze überladen und feuern!“